Das 1. regionale Jugendforum in der LEADER+ Region Redingen-Wiltz

14/07/2005

Aufgrund der Schlussfolgerungen aus der LEADER-Bevölkerungsbefragung im Jahr 2004, wurde im Mai 2005 ein 1. regionales Jugendforum organisiert, an dem alle Jugendlichen ab 13-25 Jahre aus den LEADER+ -Gemeinden der Kantone Redingen und Wiltz teilnehmen konnten.

Ihre Belange wurden schon während der 6-monatigen Vorbereitungsphase (November 2004 – April 2005) aufgegriffen, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, bereits im Vorfeld, ihre Wünsche, Meinungen, Kritiken, Interessen und Verbesserungsvorschläge auszudrücken.

Am Samstag 7. Mai und Sonntag 8. Mai 2005 versammelten sich dann 25 Jugendliche aus der Region in der Jugendherberge in Lultzhausen, um sich 2 Tage lang mit Jugendproblematiken auseinanderzusetzen und einige konkrete Projektideen auszuarbeiten. Die im Vorfeld des Jugendforums gesammelten Ideen, konnten von den Moderatoren und der Leitung des Jugendforums in verschiedene Themenblöcke unterteilt werden:

  • Mobilität
  • Infrastruktur
  • Mitbestimmung
  • Freizeit und Kultur.

Die teilnehmenden Jugendlichen arbeiteten in den 4 thematischen Gruppen zuerst Projektideen aus, die aus ihren Interessen, Wünschen und der gemeinsamen Kritik an der bestehenden Situation der Region hervorgingen. Diese Projektideen wurden zum Abschluss des ersten Tages von allen Teilnehmern bewertet. 6 Ideen wurden schliesslich zurückbehalten und am folgenden Tag weiter bearbeitet und konkretisiert. Im Kinosaal des „Prabbeli“ in Wiltz trafen sich dann am 14. Mai die Jugendlichen, welche am Jugendforum

(7./8. Mai) teilgenommen hatten, um ihre Projekte und ihre Wünsche den anwesenden Vertretern der verschiedenen Gemeinden, den Vertretern des „Service National de la Jeunesse“ und der Jugendministerin Marie-Josée Jacobs vorzutragen und zu diskutieren. Die Moderatoren Laurent Poggi von der LEADER-Gruppe und Marc Muller von 4Motion konnten in einem gut gefüllten Saal aufschlussreiche Diskussionsbeiträge anregen.

 

Folgende 6 Projekte wurden von den Jugendlichen selbst formuliert und präsentiert:

Mobilität (Verbesserung des öffentlichen Transports)

Ziele: Verbesserung der Busverbindungen am Abend und am Wochenende, in punkto Freizeit (z.B. Bummelbusdienst zum Stausee während den Sommermonaten)

Diskutierte weitere Schritte: - Jugendliche aus Eschdorf wollen ein Fragebogen aufstellen und in ihrem Ort verteilen, um festzustellen wie stark der Bedarf ist. - Ein Treffen zur weiteren Planung zwischen den beteiligten Gemeinden und den Jugendlichen muss stattfinden. - Unterstützung verschiedener Art kann es geben durch eine finanzielle Beteiligung des Transportministeriums, durch eine inhaltliche Begleitung seitens der Veräinswierkstat oder durch die Zusammenarbeit mit dem Dachverband der Luxemburger Jugendclubs (insbesondere Late Night Busse).

Skatepark in Redingen

Ziele: Anlegung eines Skateparks mit Skatemodulen (z.B. Halfpipe, Funbox, Grindstange, Sprungschanze) und weiteren Installationen wie z.B. Papierkörbe, Bäume, Bänke. Der Skatepark wäre am besten gelegen beim Schwimmbad in Redingen. Es gibt nur wenige oder schwer zugängliche Skateparks in oder ausserhalb der Region, obwohl viele Jugendliche diese Tätigkeit betreiben (Spass, Bewegung, Ablenkung vom Fernseh/Computer).

Diskutierte weitere Schritte: Um das Projekt weiter zu diskutieren und ggf. zu konkretisieren sollen die Jugendlichen einen Termin beim Schöffenrat in Redingen erhalten. Eine gemeindeübergreifende Kooperation zusammen mit Beckerich wäre ebenfalls nicht auszuschliessen.

Clubraum (Club des Jeunes Eschdorf-Merscheid)

Ein eigener Raum wird benötigt zum Abstellen von Material, um regelmässige Treffen abhalten zu können, zum Planen von Aktivitäten und für die zukünftige Absicherung des Vereins im Dorfleben.

Diskutierte weitere Schritte: Die Gemeinde stellt einen Raum in Aussicht, der demnächst frei werden wird. Wenn dies geschehen ist, müssen sich beide Parteien nochmals zusammensetzen, um die nötigen Absprachen zu treffen.

Regionaler Manifestationskalender für Jugendangebote

Ziele: bessere Kommunikation und Kooperation unter den Jugendvereinen, bessere Information über Jugendaktivitäten in den beiden Kantonen

Diskutierte weitere Schritte: In einem Arbeitstreffen mit der LEADER-Gruppe sollte geklärt werden, inwieweit die aktuell laufenden Anstrengungen aller LEADER-Gruppen, ein regionenübergreifendes Datenbank-System (u.a. Manifestationen jeglicher Art) zu erstellen, mit diesem Vorschlag übereinstimmen und das Projekt dort direkt miteinfliessen kann.

Festsaal oder Wanderzelt

Was den Jugendlichen fehlt, ist ein Saal, um grössere Manifestationen zu organisieren und welcher um die 1500 Menschen fassen könnte. Bester Standpunkt wäre ausserhalb einer Ortschaft, aber trotzdem zentral gelegen. Als Alternative zum Saal käme auch ein grosses Wanderzelt in Frage. Dieses Projekt stellte sich in der Diskussion als das kniffligste heraus. Der Aufwand für die eine oder andere Alternative ist nicht unerheblich und hier muss eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse aufgestellt werden zwischen den beiden Modellen. Beim Saal wäre dazu noch die Standortfrage zu klären. Neuerdings ist die Möglichkeit in Wiltz zum Nutzen der Baumaself-Halle auf den Industriebrachen gegeben. Erst nach einer eingehenden Analyse soll das weitere Vorgehen beraten werden.

Mini Stade - Fun Park

Einrichtung, z.B. in Eschdorf, eines Ministades um verschiedene Sportarten auszuüben wie z.B. Fussball, Skateboard, Hockey, Basketball, BMX, usw. Diese Infrastruktur könnte gut vernetzt werden mit Fahrradwegen rund um den Stausee, um jedem Jugendlichen, auch aus den Nachbardörfern und Gemeinden, einen leichteren Zugang zum Fun Park zu gewährleisten. Dieses Wegenetz könnte auch weitere Anlagen wie einen Beachvolleyballplatz und einen Picknickplatz am Stausee mit dem Fun Park oder Ministade kombinieren. Eine erste Versammlung mit der Gemeinde Heiderscheid wurde schon Mitte Juni einberufen. Die Gemeinde ist gewillt in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Obersauer eine schnelle Umsetzung zu garantieren. Die Gemeinde Neunhausen sieht auch in Lultzhausen einen guten Standort für ein solches Vorhaben, zumal das SNJ dort alledem Freizeitangebote betreut.

FAZIT

Sämtliche Vertreter der verschiedenen LEADER-Gemeinden der beiden Kantone äusserten sich sehr zufrieden mit den Überlegungen der Jugendlichen aus denen sehr wohl regionale Ansätze gewonnen werden können (z.B. Mobilität) und versprachen konkrete Gespräche mit den Jugendlichen auf Gemeindeebene einzuleiten. In einer längeren Diskussionsrunde schälte sich heraus, dass sich die Gemeindeväter zukünftig mehr Gedanken über die Belange der Jugend machen müssen. Eine neue Auflage des Jugendforums Ende 2006 wurde bereits in Erwägung gezogen. Die Anregungen vom Jugendforum sollen jetzt genutzt werden, um konkrete Massnahmen für und mit der Jugend der LEADER-Region Redange-Wiltz voranzutreiben! Eine Arbeitsgruppe JUGEND wird bereits in diesem Monat Juli zusammenberufen. Interessenten sollen sich bitte melden!

LEADER-KONTAKTPERSON für
Jugendbelange:
Simone BERNARD
Veräinswierkstat
CIGR+ Wiltz
Tel.: 26 95 22-83
Fax: 26 95 22-82
E-mail: bernard@ope.lu